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DIE HÄNGENDEN GÄRTEN

Allzu bekanntes Babylon

von Johannes

Über das Spiel

Babylonischer Galabau die zweite

„Der babylonische König Nebukadnezar II. war, so will es die Überlieferung, ein Mann großer Gesten. Für seine Frau Amytis, die ihre grüne Heimat vermisste, ließ er die berühmten Hängenden Gärten errichten…“

Der Einstieg kommt dir bekannt vor? Bitte verzeih mir das Selbstzitat, denn Die hängenden Gärten teilen die gleiche Hintergrundgeschichte wie Eine Stadt für Amytis (meine Rezension) und einige andere Titel. So weit, so wenig Innovation.

Auch bei der Mechanik setzen die französischen Autoren auf Bewährtes: Worker-Placement trifft auf Plättchen- beziehungsweise Kartenlegen mit einer Baukomponente. Die Gärten wachsen in jedem Zug in Breite und Höhe und müssen am Ende ein Gebilde aus zwölf Karten ergeben. Die Bauordnung schreibt vor, dass auf der untersten Ebene fünf Karten liegen. Alle darüberliegenden müssen jeweils von zwei anderen gestützt werden. Der dritte Stock enthält folglich nur noch drei Karten.

Für Gärten in warmen Regionen sind Bewässerungssysteme essenziell. Wo diese verlaufen, wird jedem Garten individuell vorgegeben. Je konsequenter ich diese Anforderungen umsetze, desto mehr Punkte winken am Ende. Weiterhin zählen Tiere mit Wunschebenen (Pfaue sind am liebsten ganz oben), Bäume, die im Idealfall zu Wäldern werden, und Blumen, die zu Wiesen ausgebaut werden können. Je größer, desto besser.

Die Auswahl auf dem Tableau ist allerdings begrenzt. Das Erwerben von Karten aus den höheren Ebenen der Auslage kostet Werkzeuge; zudem stehen pro Spalte nur so viele Plätze zur Verfügung, dass alle Arbeiter*innen in einer Runde untergebracht werden können. Hier gewinnt das Spiel an Interaktivität. Meinen Mitspieler*innen auch mal etwas wegzunehmen – sei es einen Platz oder eine Karte –, ist genauso wichtig wie die eigenen Ziele zu verfolgen. Erfreulicherweise funktioniert das Spiel an dieser Stelle dank der unterschiedlichen Tableaus unabhängig von der Spieler*innenzahl gut. Der Interaktionsgrad bleibt auf konstantem Niveau, wenngleich die Vorausplanbarkeit mit mehr Personen spürbar sinkt.

Die Entscheidungen und Möglichkeiten machen das Spiel interessant. Gelungen sind auch die zunächst leeren Karten: Für diese lassen sich mit Geld sogenannte Verschönerungen in drei Qualitätsstufen erwerben. Erst dann werden die Karten auch für die Wertung relevant. Optisch überzeugen Material und Illustrationen. Miguel Coimbra hat viel Erfahrung mit dieser Epoche und hat sie den Gärten des Spiels angedeihen lassen.

„Unterm Strich bietet DIE HÄNGENDEN GÄRTEN somit zwar kein wirklich neues Spielerlebnis. Die Mischung der Kernmechaniken, kombiniert mit guter Ausstattung, bietet der Zielgruppe der Familien aber ausreichend Projektionsfläche für ein paar schöne Stunden.“

Note: 3 (Befriedigend)
Johannes
Brettspielminister

Transparenzhinweis

Für diese Rezension stand mir ein kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung, das mir vom Verlag ohne Auflagen übermittelt wurde. 

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