Über das Spiel
- Erschienen bei Frosted Games
- Autoren: Trevor Benjamin, Brett J. Gilbert
- Illustratorin: Paulina Victoria
- Alter: 8+ | Spieler*innenanzahl: 2-4
- Spielniveau: Familienspiel
W-Wörter
Mich ergreift sofort ein wohliges Gefühl beim Anblick der entstehenden Wiesen und beim Stapeln der Aliens. Das Prinzip ist denkbar einfach und größtenteils bekannt. Wer am Zug ist, nimmt ein Plättchen aus der Auslage und legt es an. Entstehen dabei mindestens drei Felder große Flächen derselben Farbe, werden diese Wiesenabschnitte nektarreich. Damit locken sie von der Erde bekannte Bienen an. Das sind aber nicht die einzigen Wesen in dieser Welt. Immer gleich funktionieren die ebenfalls irdischen Kolibris: Sie setzen sich in die Mitte vollständig abgeschlossener Plättchen – das bedeutet, dass jede Farbe darauf (außer Seen) Teil eines nektarreichen Bereichs ist. Drei weitere Wesen, dieses Mal echte Aliens, die mit vier jeweils anderen Legelogiken ins Spiel kommen, erhöhen die Variabilität und die Wuseligkeit. Am Ende werden lediglich die Holzwesen auf den eigenen Wiesen gezählt und Mehrheiten gewertet. So schön, so einfach elegant, so friedlich – das ideale Familienspiel.
Nicht ganz, denn Bienen und Kolibris kommen noch auf andere Weise ins Spiel. Habe ich schon nektarreiche Felder einer Farbe, landen auch dort Bienchen. Die Kolibris vermehren sich in Zeilen und Spalten in Dreierketten. Trotz der geringen Auswahl aus nur drei Plättchen habe ich die Qual der Wahl, alles in nur zwölf Zügen bestmöglich zu positionieren.
Möchte ich wirklich gewinnen und nicht nur vor mich hinbauen, steigt die Denklast enorm. Die Logik der nektarreichen Felder und insbesondere die Kolibri-Vermehrung nehmen dem Spiel schließlich die Leichtigkeit komplett. Von wegen leichte Vögel. Die kleine Fläche wird fehleranfällig. Es ist gut, wenn meine Augen nicht nur auf meiner Landschaft ruhen. Zum Glück lässt sich alles gut nachvollziehen. Aber wer will schon lange nacharbeiten nach einer Partie, die ohnehin nur rund 15 bis 30 Minuten dauert?
Spieler*inneninteraktion gibt es kaum, weil es wenig wegzunehmen gibt. Die Plättchen sind oft ähnlich gut oder schlecht und Ein-Farben oder W(i)esenstrategien führen ohnehin selten zum Erfolg.
Das Material ist wertig, die Anleitung ist gut geschrieben und bietet genügend Beispiele, um auch die Stolpersteine zu erklären. In meinen eher spieleunerfahrenen Gruppen war es dennoch besser, dass ich mit Erklärungen zur Seite stand.
Transparenzhinweis
Für diese Rezension stand mir ein kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung, das mir vom Verlag ohne Auflagen übermittelt wurde.