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TIPPI TOPPI: HOCH HINAUS!

TIPPI TOPPI mit Plättchen und in 3D!

von Johannes

Über das Spiel

Tippi? Toppi!

Lars Ehresmann hat in diesem Jahr nicht nur seiner Heimatstadt Kiel ein spielerisches Denkmal gesetzt (Kilia), sondern auch das Tippi Toppi-Prinzip neu aufgelegt. Das bekannte Konzept verlangt, gemeinsam auf Karten abgedruckte Aufgaben, wie Farbreihen oder bestimmte Werte auf dem Tableau, durch passgenaues Ablegen zu erfüllen. Der neue Entwurf bohrt diesen Mechanismus auf, ohne ihn plump zu kopieren. Es war auch gar nicht als Nachfolger geplant, sondern wurde erst vom Verlag zur Fortsetzung der erfolgreichen Reihe gemacht (vgl. BoardCast Folge 393). Dass die redaktionelle Ehe mit der Marke Tippi Toppi erst im Nachgang von Schmidt arrangiert wurde, stört nicht. Der juristische Beistand ist ohnehin gesichert, denn EHRESMANN ist hauptberuflich Patentanwalt.

Nomen est omen: In Hoch Hinaus! wird die Reihe erstmals dreidimensional. Die Karten weichen festen Plättchen. Diese decken stets exakt zwei Felder ab. Deckungsgleichheit ist jedoch verboten. Dadurch entstehen im Spielverlauf Lücken, die es zu stopfen gilt; manchmal auch nur strategisch, um einen Auftrag zu erfüllen. Exzessives Lückenbüßen bestraft das System prompt mit zusätzlichen Aufgaben, die sich zwischen die Gruppe und den Sieg drängen. Zum Ausgleich reduziert sich die Zahlenreihe auf die Werte eins bis vier.

Variabilität ins Spielgeschehen bringen die 55 verschiedenen Auftragskarten, von denen im normalen Modus 16 erfüllt werden müssen. Wem das als Herausforderung nicht genügt, der erhöht das Pensum oder spielt die Profi-Variante. Dann gilt es, wie beim Vorbild Tippi Toppi, nicht nur irgendwelche, sondern gar farblich und nach Zahlenwert passende Plättchen zu legen.

Die Aufgabe ist jedoch schon im „Normalmodus“ keineswegs trivial und setzt gute Absprachen (ohne jedoch Genaues zu verraten) am Tisch voraus. Hier liegt auch gleich eine kleine spielerische Schwäche begraben. Das Spiel begünstigt bei entscheidungsunfreudigen Mitspieler*innen nicht nur die Analyse Paralyse, sondern fördert auch betrügerisches Verhalten. Die Grenze zwischen legaler Absprache und unerlaubtem Informationsfluss verschwimmt schnell. Wer versehentlich seine Handplättchen ausplaudert, sabotiert jedoch letztlich nur das eigene Erfolgserlebnis.

Als sehr bereichernd empfinde ich den dreidimensionalen Aufbau für die Auftragskarten, etwa dann, wenn bestimmte Werte auf unterschiedlichen Ebenen liegen müssen. Dadurch, dass es sich um Plättchen handelt, ist der Aufbau insgesamt auch stabil und droht nicht bei jeder Tischberührung umzukippen. Bei meinen öffentlichen Spieletreffs funktionierte das Spiel zudem generationenübergreifend und in jeder Besetzung gleichermaßen gut.

„Insgesamt ist TIPPI TOPPI: HOCH HINAUS! ein gelungenes kooperatives Legespiel auf Familienniveau, das, abgesehen vom Platzbedarf, nach meinem Geschmack den Vorgänger völlig ablöst.“
Johannes
Brettspielminister

Transparenzhinweis

Für diese Rezension stand mir ein kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung, das mir vom Verlag ohne Auflagen übermittelt wurde. 

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2 Kommentare

Lars Ehresmann 29. Mai 2026 - 09:33

Vielen dank für die Rezi, freut mich, dass es gut ankommt

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Dirk 29. Mai 2026 - 11:02

Ich finde es auch sehr gelungen und eine tolle neue Herausforderung für alle alten Tippi Toppi Hasen. Ich plädiere für eine Reisversion 🙂

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