Wie ich Spiele bewerte
Die Erfahrung zeigt: Leser*innen interessieren sich meist zuerst für Fazit und Note. Auch ich scrolle bei Kritiken von Kolleg*innen oft direkt nach unten. Es ist ein großer Vorteil des geschriebenen Wortes, schnell auf den Punkt zu kommen. Die meisten Blogs und Zeitschriften – im Gegensatz zu YouTube und Podcasts – bieten zudem eine Note an.
Doch was drückt diese Zahl eigentlich aus? Zeigt sie, wie sehr mich das Thema reizt, oder wie viel Spaß ich in einer konkreten Runde hatte?
Die abschließende Note ist für mich die Essenz einer umfassenden Einordnung. Ich betrachte das Gesamtwerk und ordne es im Spielekanon ein. Mir geht es um mehr als um reine Geschmacksfragen oder Tagesform. Ich blicke auf Originalität, Spielbarkeit, Spielwert, Design und redaktionelle Qualität.
So kann es passieren, dass ich im Text deutlich mache, dass mir die Partien keine Freude bereitet haben. Und dennoch erhält ein Spiel die verdiente gute Note.
Zu Beginn meiner Rezensionstätigkeit orientierte ich mich am System von BoardGameGeek (BGG). Inzwischen nutze ich das klassische Schulnotensystem. Schulnoten kennt jede*r; sie sind intuitiv und wecken gar nicht erst den falschen Anschein einer mathematisch exakten Skala. Einen möglichen Ansatz zur Umrechnung verschiedener Systeme bietet Harald Schrapers auf seinem Blog.