Flixo

Gemeinsam Golfen

von Johannes

Über das Spiel

Golfplatz

Unter den Reichen und Schönen ist Golf eine beliebte Ballsportart. Spieleexpert*innen wie Friedemann Friese wissen aber genau: Es ist auch der Name einer Kartenspielfamilie, die vor allem in Großbritannien und Nordamerika sehr beliebt ist.

Wie beim Ballspiel geht es darum, mit einer möglichst geringen Punktzahl ans Ziel zu kommen, was auch den Namen begründet. Vehikel ist eine Kartenauslage mit verdeckten Karten, die nach und nach verkleinert wird. Bei BoardGameGeek ist diese Spielart eine eigene Kategorie mit immerhin 78 Einträgen. Zu seinen bekanntesten Vertretern zählen Skyjo und Cabo. Nur kooperative Varianten gab es bislang nicht.

Bis jetzt, denn Friese wäre nicht Friese, wenn er nicht etwas beizutragen hätte, wenn er eine spielerische Lücke entdeckt.

Flixo ist ein klassisches Golf-Spiel, aber eben gemeinsam statt gegeneinander. Wie üblich bauen wir vor uns ein Raster auf, dessen Punktwert es zu verkleinern gilt. Bin ich am Zug, darf ich eine Karte vom Ablagestapel oder vom verdeckten Nachziehstapel nehmen und gegen eine meiner offenen oder verdeckten Karten tauschen. Sind in einer Reihe oder Spalte die gleichen aufgedeckten Werte, werden alle Karten entfernt und damit das Raster verkleinert, was die Sache insgesamt erleichtert.

Dafür verstecken sich unter den Karten auch sogenannte Flixos. Das sind Zahlenkarten mit Augen, die unbedingt entfernt werden müssen. Befinden sich am Ende der Partie noch Flixos in einer Auslage mit mehr als zwei Reihen oder Spalten, verlieren wir.

Dieser Misere entgehen wir am einfachsten, indem wir uns gut absprechen und Karten in die passenden Auslagen verschieben. „Du hast da eine Zwei, ich lege meine in die Ablage, Sonja nimmt sie dann und in der übernächsten Runde hast du sie.“ So könnten Absprachen lauten und es wird klar: Der Alpha-Spieler-Faktor wird direkt mitgeliefert. Mechaniken, die den Alpha-Spieler-Effekt reduzieren, etwa Informationen, die nur eine Person hat, gibt es nicht. Wer das Spiel am besten durchschaut, hat das Sagen.

In meiner Familie ist das meine Tochter (9), denn sie liebt Golf-spiele. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich empfinde das leicht erratische Kartenaufdecken als spielerisch uninteressant.

Flixo macht die Sache durch die Notwendigkeit der Absprachen jedoch deutlich interessanter und ich bleibe dennoch am Golfball.

Konsequenterweise ist die Regelhürde höher als bei den anderen bekannten Titeln und ich habe das Blatt mehrfach lesen müssen, bevor ich es verstanden hatte.

Ein Fehler war sicherlich auch, zu zweit einzusteigen, denn diese Regeln weichen leicht vom Standard ab. Dennoch funktioniert Flixo in allen Spieler*innenanzahlen gut.

Ist mir der Anspruch zu hoch oder zu niedrig, helfen Anpassungsvorschläge. Den „normalen“ Modus empfinde ich aber als genau richtig.

Gestalterisch mag ich insbesondere die Flixos und die bunten Kartenrückseiten, die auch die Schachtel zieren.

„Wenn es schon ein Spiel dieser Familie sein muss, dann werde ich in Zukunft sicher auf Flixo und nicht eines seiner Geschwister drängen. Ich hoffe nur, dass auch meine Tochter das so sieht. Ich bin gespannt, welches Genre sich Friese im nächsten Jahr annimmt.“

Note: gut (2-)
Johannes
Brettspielminister

Transparenzhinweis

Für diese Rezension stand mir ein kostenfreies Rezensionsexemplar zur Verfügung, das mir vom Verlag ohne Auflagen übermittelt wurde. 

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