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TORIKI: Eine Insel voller Abenteuer

Gemeinsam einsam auf der Insel

von Johannes

Über das Spiel

7-vs-Wild für Familien

Bereits in meinem Nachbericht zu den B-REX-Pressetagen erwähnte ich, dass TORIKI selbst eine reine Erwachsenenrunde für zwei Stunden zu fesseln vermochte. Dabei adressiert das Spiel primär eine jüngere Zielgruppe. Umso mehr freute ich mich, als der Titel im Leihpaket für mein Spielewochenende auftauchte. Eine gute Gelegenheit, um auch die Kinder auf die Insel zu entführen.

Mehr als 7 Gegenstände

In TORIKI bilden wir eine Gruppe aus bis zu vier Kindern, die zusammen mit einem Professor auf der namensgebenden Insel gestrandet ist. Da dieses Eiland ohnehin das ursprüngliche Ziel der Reise war, steht neben dem Überleben auch die Erforschung auf dem Programm. Der Begriff „Überlebenskampf“ wäre hierbei jedoch zu hoch gegriffen; das Spielgefühl bleibt weitgehend friedlich und explorativ.

Der Kern des Spiels besteht aus Aktionsrunden, in denen ich mich immer ein oder mehrere (gegen Nahrung) Felder weit bewegen darf. Anschließend kann ich den Ort in der für das Spiel notwendigen App erkunden und einen meiner mitgeführten Gegenstände verwenden. Idealerweise lese ich den Text in der App meiner Gruppe vor, damit alle am Ball bleiben. Danach ist die nächste Person dran. Pro Tag stehen jedem Charakter drei Züge zur Verfügung, bevor die Nacht hereinbricht und die Gruppe zum Lagerplatz zurückkehrt. Sukzessive erschließen wir so die Insel, finden Nahrungsquellen und katalogisieren die Flora und Fauna.

Kein Insel-Koller

Ein besonderes Highlight ist das beiliegende Begleitheft, in dem ich entdeckten Tieren und Pflanzen Namen zuweise. Dies steigert die atmosphärische Dichte enorm und verhindert mit den Ausrüstungs- und Aufgabenkarten effektiv, dass der Blick starr auf dem Bildschirm verharrt.

Komme ich nicht weiter, hilft der Professor bei den Aufgaben, die mir das Spiel stellt – und die auch etwas Linearität in die offene Welt bringen. Die meisten Herausforderungen dieses Point-and-Click-Adventures lassen sich aber auch so umschiffen. Insbesondere die Kinder waren in ihrem Element, wenn es um das Kombinieren von Gegenständen ging. Zwar war die Logik hinter diesen Kombinationen nicht immer ganz konsistent – oft entstanden Objekte, die wir so nicht erwartet hatten –, doch genau dies regte zu kreativen Lösungsansätzen an.

Gegen Ende verlor das Geschehen etwas an Fahrt. Sind erst einmal alle Orte erschlossen, mündet das Finale mitunter in Rumprobiererei darüber, wer welchen Gegenstand wann an welchem Ort einsetzen muss, um weiterzukommen. Den im BOARDGAMEGEEK-Forum zu findenden Vorschlag, mit Kindern eine gemeinsame Materialauslage zu nutzen, statt die Gegenstände strikt getrennt zu verwalten, halte ich deshalb für eine gute Idee. Das Spiel lässt sich zudem jederzeit unterbrechen, was mit Kindern ebenfalls ein Vorteil ist. So kann auch noch mal eben eine kurze Runde eingeschoben werden. Die App unterstützt beim Wiederaufbau.

Für Komplettisten gibt es auch noch Achievements zu erlangen, wenn ich diese nicht ohnehin schon nebenbei bekomme (wie die Aufgaben).

Bin ich durch, lässt sich das Spiel komplett zurücksetzen. Eine wirkliche Motivation, es noch einmal zu erleben, habe ich, wie bei Escape-Spielen, aber nicht, sobald erst einmal alle Wege bekannt sind.

Es ist fast schon bedauerlich, dass noch keine Erweiterung vorliegt, denn die rund acht Stunden, die wir als Familie auf TORIKI „festsaßen“, haben uns an mehreren Abenden ausgezeichnet unterhalten.

Abschließende Bewertung

„TORIKI ist ein gelungenes, App-basiertes Familienabenteuer, bei dem das gemeinsame Entdecken im Vordergrund steht. Die Symbiose aus digitaler Führung und analogen Elementen funktioniert prächtig und leistet sich lediglich im letzten Drittel einige kleinere Längen. Bin ich durch ist das Abenteuer aber auch vollständig abgeschlossen und lädt nicht mehr dazu ein, es noch einmal herauszuholen.“
Johannes
Brettspielminister

Transparenzhinweis

Für diese Rezension stand mir ein kostenfreies Leihexemplar zur Verfügung, das mir vom Verlag ohne Auflagen übermittelt wurde. 

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